Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen Entwurf eines Jahressteuergesetzes 2022 (JStG 2022)

28.07.2022 – Das Bundesministerium der Finanzen veröffentlicht seinen Referentenentwurf des Jahressteuergesetzes 2022 (JStG 2022) und behandelt darin auch das Thema verkürzte Gebäude-AfA durch Nachweis einer kürzeren tatsächlichen Nutzungsdauer.

Seit dem BFH-Urteil vergangenen Jahres haben zahlreiche Steuerpflichtige die Verkürzung ihrer Restnutzungsdauer beantragt. Dem versucht das Finanzministerium nun durch eine Abschaffung des dafür maßgeblichen § 7 Absatz 4 Satz 2 EStG entgegenzuwirken, dies u.a. auch zur “Vermeidung unkontrollierter Steuermindereinnahmen”.

Die neue Regelung soll ab 01.01.2023 gelten, für bis dahin bereits gestellte Anträge soll jedoch ein Bestandsschutz gelten:

„Soweit die Absetzung für Abnutzung für Gebäude im Rahmen der Einkünfteermittlung für das Kalenderjahr 2022 oder das vor dem 1. Januar 2023 endende Wirtschaftsjahr zulässigerweise nach § 7 Absatz 4 Satz 2 in der Fassung der nach Absatz 1 für den Veranlagungszeitraum 2022 geltenden Fassung des Gesetzes vorgenommen wurde, kann die Absetzung für Abnutzung auch weiterhin nach der zu diesem Stichtag anerkannten kürzeren Nutzungsdauer bemessen werden.“

Während noch unklar ist, ob der Entwurf tatsächlich in dieser Form auch vom Kabinett, Bundestag und ggf. Bundesrat mitgetragen wird, ist bereits jetzt klar: Vermieter sollten sich beeilen und möglichst zeitnah, die kürzere tatsächliche Restnutzungsdauer ihres Gebäudes per Gutachten nachweisen und beim Finanzamt anerkennen lassen.

Hier der Referentenentwurf im Volltext: